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Christliches Zentrum des Harzraumes - Halberstadt

Domplatz mit Dom und Liebfrauenkirche in Halberstadt (Foto: Halberstadt Information)

Die einstige mittelalterliche Pracht Halberstadts lässt sich am Besten aus der Ferne erahnen, wenn die Türme des Domes, der Liebfrauenkirche und der Martini-Kirche sich zur weit sichtbaren Stadtkrone verbinden.

Der zweite Weltkrieg und die darauf folgende Zeit haben leider unübersehbare Schneisen in das historische Stadtbild gebrochen. Umso eindrucksvoller verkünden die erhaltenen Bauwerke von der Bedeutung der einstigen Bischofsstadt. Schon unter Karl dem Großen wurde Halberstadt vermutlich um 804 Sitz des Bischofs des am östlich gelegenen Bistums der damaligen christlichen Welt.

Die geistliche und die weltliche Macht der Bischöfe ballte sich auf dem Domplatz. Hier steht auf der Stelle des karolingischen Vorgängerbaus der Dom St. Stephanus und St. Sixtus (erbaut 1236/39 – 1491). Die edle Gesamtwirkung aus dem Zusammenspiel der nach dem Stil der nordfranzösischen Gotik himmelwärts fliehenden Architektur, der reichen Bauplastik und leuchtenden Glasmalereien lassen den Dom zu einem in Deutschland einzigartigen Bauwerk werden. Unterstrichen wird diese Bedeutung durch einen der großartigsten mittelalterlichen Kirchenschätze in Europa. Der Halberstädter Domschatz, bestehend aus Altarbildern, weltberühmter Textilkunst, Goldschmiedearbeiten, kostbaren Reliqiuen u. v. m., gewinnt durch seine Überlieferung am ursprünglichen Bestimmungsort noch mehr an Wert.

Als Pendant zum Dom findet sich auf der westlichen Seite des Domplatzes die Liebfrauenkirche, deren Anfänge als Teil eines ehemaligen Augustiner Chorherrenstiftes bis auf das Jahr 1005 zurückgehen. Im Inneren hütet die Kirche mit den auffälligen vier Türmen ein kunstgeschichtliches Kleinod: Die Stuckchorschranken mit den individuell gestalteten Figuren von Jesus, Maria und den Aposteln sind die besterhaltensten nördlich der Alpen.

Wahrzeichen der Stadt ist jedoch eine anderer Bau: Über die außerhalb des Domplatzes befindliche Martinikirche stolpert der Blick – zwei ungleiche Türme sind einfach unverwechselbar! Die Baustil-Reise kann beliebig fortgeführt werden: Die St. Johanniskirche (1646-48) erscheint zwar von außen als schmuckloser Fachwerkbau, zumal der Glockenturm freistehend vor der Kirche errichtet wurde, im Innern aber umfängt den Besucher die Wärme eines reich mit Holzkunst ausgestalteten Raumes. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verbindet das ehemalige Kloster St. Burchardi.

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